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Die Sperkenprinzessin sucht ihre Nachfolgerin

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Lisa Hohberger will sich nach sechs Jahren nicht mehr zur Wahl stellen - Welche Tipps hat sie für Bewerberinnen?

Foto: Lisa Hohberger (privat)

Majestät will die Krone gern übergeben: Was in England derzeit unmöglich scheint, in Oelsnitz soll es passieren – zum Sperkenfest am 2. Juli. Nach zwei Wahlperioden und insgesamt sechs Jahren im Amt würde sich Sperkenprinzessin Lisa Hohberger über eine Nachfolgerin sehr freuen. Bislang hat eine Bewerberin ihren Hut in den Ring geworfen. Bis 2. Juni läuft die Bewerbungsfrist.  „Wir haben die Hoffnung, dass sich zwei, drei Kandidatinnen finden“, sagt Oberbürgermeister Mario Horn (CDU).

Vor allem eines haben sechs Jahre im Amt ihr gebracht, schätzt die amtierende Sperkenprinzessin ein: Ihr Blick hat sich geweitet, sie hat viele neue Leute kennengelernt – und als Oelsnitzerin bei ihre repräsentativen Aufgaben im Kleid viel über ihre Stadt erfahren, was sie noch nicht wusste. „In andere Kreise hineinzuschauen, war eine schöne Erfahrung. Das Amt hatte kaum negative Seiten, und die Rückmeldungen die ich hatte, waren positiv – vor allem von Älteren und Kindern“, sagt die 25-Jährige, die in Plauen als Sozialpädagogin arbeitet. Gern denkt sie an die Besuche in Hamburg oder Berlin zurück – letzteres war der Sport-Tag des Vogtländischen Vereins, bei dem es zum lockeren Plausch mit Skispringer-Ass Richie Freitag kam. Aber auch die vielen Treffen mit anderen Majestäten will die Oelsnitzerin nicht missen. Ganze zwei Tage in sechs Jahren fiel die Prinzessin mal wegen Krankheit aus, ansonsten ging viel mit Einsatz an Wochenenden, dank eines „sehr sozialen“ Arbeitgebers und Tipps ihrer Vorgängerin Nadin I., einst ihre Arbeitskollegin. Ihre schlagfertige Art baute für Lisa I. zudem manche Barriere ab. „Man muss offen sein, flexibel, man darf keine soziale Phobie haben“, gibt Majestät potenziellen Nachfolgerinnen mit auf den Weg.

Dass die Suche nach einer neuen Krönchen-Trägerin nicht leicht wird, war Oelsnitz bewusst. Gern verweisen die Sperken auf Plauen, wo aktuell vier Kandidatinnen darum buhlen, nächste Spitzenprinzessin zu werden – eine Plauenerin ist freilich nicht darunter. Für das Amt der Sperkenprinzessin kommen indes auch nicht nur Oelsnitzerinnen in Frage, aber eine Verbindung zur Stadt und Interesse an ihrer Geschichte und Gegenwart sollte da sein. Mit Hofstaat, Dienstlimousine und großer Apanage kann die Stadt nicht dienen – es ist ein Ehrenamt. „Es macht Arbeit und nimmt von der wertvollen Freizeit“, sagt Horn.

Im Freundeskreis ist Lisa Hohberger auch die Prinzessin, sagt sie – was aber nicht despektierlich, sondern schätzend gemeint ist. Was war die ulkigste Frage, die ihr gestellt wurde? Majestät muss nicht lange überlegen. „Das war zur letzten Wahl, als einer fragte, ob Prinzessin ein richtiger Beruf sei, den man lernen kann – ernst gemeint. Ich hab‘ geantwortet: Ne, aber wenn er wüsste, wo man das lernen könne, solle er es mich wissen lassen.“

Als dritte Majestät nach Romina I. (Siegel) und Nadin I. (Lippert) würde Lisa I. gern bei Vorbereitung und Betreuung ihrer Nachfolgerinnen helfen. Die Wahl soll am Sonntag, 2. Juli von 13 bis 14.30 Uhr auf der Hauptbühne des Sperkenfestes auf dem Markt stattfinden, so Daniel Petri, Chef der Oelsnitzer Kultur GmbH. In zwei Durchgängen in eleganter Kleidung und Freizeitmode sollen sich die Bewerberinnen vorstellen. Die Entscheidung über die neue Majestät treffen zu je 50 Prozent die Jury und das Publikum – es werden Stimmzettel ausgegeben. (hagr)

Quelle: Freie Presse, Oberes Vogtland