Illusorium

Illusorium – unter diesem Begriff präsentiert sich ab 20. August 2013 die neue Dauerausstellung rund um das Lebenswerk der bekannten (Kinder-) Buchillustratorin Regine Heinecke auf Schloß Voigtsberg. In den mittelalterlichen Räumen der Kernburg begegnen hier den Besuchern zahlreichen Figuren der Kindheit wieder. Ob „Zwerg Nase“, „Der gestiefelte Kater“ oder „Der Dunkel Munkel“ - hier treffen phantastische Figuren, märchenhafte Geschichten und sagenumwobene Gestalten aufeinander. Eine Ausstellung, die alle Sinne anspricht und zum Mitmachen und Erforschen einlädt. Lassen Sie sich verzaubern.

Der gestiefelte Kater, 1974, Regine Heinecke
Der gestiefelte Kater, 1974, Regine Heinecke

In der Schumann-Stadt Zwickau wurde Regine Heinecke am 20. August 1936 geboren. Bereits wenige Jahre danach zog sie – aufgrund der beruflichen Situation der Eltern – aus der Umgebung der traditionsreichen Bergbau-, Industrie- und Handelsstadt nach Taucha in die Nähe von Leipzig. Der Zweite Weltkrieg brach mitten in die sonst so glückliche Kindheit. Schon in jungen Jahren zeichnete Regine Heinecke mit Geduld und Phantasie, der weitere Lebensweg schien hierbei schon seine Schatten voraus zu werfen. Nach Abschluss der 8. Klasse folgte eine dreijährige Ausbildung zur Lithografin und Offsetretuscheurin, hier lernte sie wesentliche Techniken und Grundlagen. Nach erfolgreichem Abschluss ihrer Lehre nahm Regine Heinecke 1953 ein Studium an der Abendakademie der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig auf, das ihr auch die Möglichkeit zur freischaffenden Künstlerin ab 1957 gab. Die Hingabe zur feinsinnigen Literatur und vor allem die Gestaltungsspielräume der Kinderliteratur waren für Regine Heinecke so interessant, dass sie beschloss, sich diesen zu widmen.

Als ich zur Welt kam und danach, 1975, Regine Heinecke
Als ich zur Welt kam und danach, 1975, Regine Heinecke

Bestärkt vom Leipziger Kunstprofessor Max Schwimmer, ging sie ihren Weg als Künstlerin und fand dabei ihre Vorbilder bei Hieronymus Bosch, Pieter Brueghel d. Ä. und den Meistern der Buchdruckkunst des 19. Jahrhunderts. Beeindruckend war für sie die Reise nach Argentinien und Brasilien im Jahre 1960, dem Jahr, in dem Regine Heinecke mit Buchillustrationen, Dia-Serien und zwei Trickfilmen in der Öffentlichkeit breites Interesse hervorrief. In den folgenden Jahren wurde sie aufgrund ihres künstlerischen und handwerklichen Könnens und ihren Illustrationen zur klassischen Welt- und Kinderliteratur zunehmend geachtet. Ob „Dornröschen“ (1965), „Der Wolf und die sieben jungen Geißlein“ (1966) oder „Der gestiefelte Kater“ (1974) – zahlreiche Kinder erfreuten sich an den phantastischen Bildgeschichten der Regine Heinecke. Aber auch in der Welt der Erwachsenen fasste sie Fuß. Unter dem Titel "Die Sorgen des Teufels", eine von Dieter Mucke gefasste Textsammlung, wurde 1979 durch Bleistift-Zeichnungen von ihr komplettiert.

Die Sorgen des Teufels, 1972, Regine Heinecke
Die Sorgen des Teufels, 1972, Regine Heinecke

"Ich wollte immer eine Geschichte neben dem Text erzählen, nicht nur eine bloße Abbildung schaffen“, sagt sie. Nach der politischen Wende erschien im Jahr 1996 eine Neuauflage des Märchens ”Zwerg Nase” von Wilhelm Hauff mit Illustrationen von Regine Heinecke. Zunehmend widmet sie sich nun auch freien Arbeiten, die von der Natur inspiriert werden. Bereits Anfang der 1960er Jahre hatte sich Regine Heinecke das abgelegene Grundstück am Waldrand in der Nähe von Oelsnitz/Vogtl. gekauft, etwa 20 Jahre später verlegte sie ihren Wohnsitz ganz ins Vogtland. Mit Übereignung ihres Lebenswerkes an die Stadt Oelsnitz/Vogtl. im Jahre 2008 ergab sich die Möglichkeit, eine umfassende Dauerausstellung im Schloß Voigtsberg zu implementieren. Die Fertigstellung steht nun bevor: ein weiteres Blatt im Buch der Geschichten von und mit Regine Heinecke...

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