Geschichte

Der Ursprung der Siedlung liegt im Bereich der Altstadt nahe der Mündung des Gerberbaches in die Weiße Elster. Nach heutiger Kenntnis ließen sich im 8. Jahrhundert slawische Siedler hier nieder und eines ihrer Worte gab dem Dorf seinen Namen: „Olesnica“, zu Deutsch Erlenort. Urkundlich erwähnt wird Oelsnitz zuerst in einer Urkunde vom 18. Februar 1200. Eine Kirche, die es bereits in der zweiten Hälfte auf dem Berg über dem slawischen Siedlungskern gab, ist erstmals 1225 belegt. Das Stadtrecht ist erstmals 1357 mit den ersten „Geschworenen“ der Stadt nachgewiesen.

Oelsnitz im Jahre 1628
Oelsnitz im Jahre 1628

Eine erste Blütezeit erlebt die Siedlung im frühen 16. Jahrhundert mit dem Aufschwung des Bergbaus, vor allem mit der Suche nach Zinn. Immer wieder aber hemmten Großbrände und Kriegsereignisse das Wachstum, so 1632 der Einmarsch kaiserlicher Truppen im Dreißigjährigen Krieg mit mehr als 500 Toten. Große Feuer, ausgelöst durch die innerhalb der Stadtmauern eng aneinander geklebten Häuser und unvorsichtiges Hantieren mit Brennbaren äscherten Oelsnitz unter anderem 1720, 1780 und 1859 ein. Nach dem Niedergang des Bergbaus blieb Oelsnitz/Vogtl. eine Ackerbürgerstadt, deren Einwohner ein Handwerk und nebenbei eine kleine Landwirtschaft betrieben. Die Textilherstellung war bedeutend, ab 1672 in einer Weberinnung mit dem Schwerpunkt zunächst auf Leinen- und später Wollweberei. Vor 200 Jahren entstanden die ersten Manufakturen. Der tiefste Einschnitt in dieser Zeit war der große Stadtbrand von 1859 mit der Vernichtung von mehr als 500 Gebäuden und dem Umstand, dass 70 Prozent der Einwohner obdachlos wurden. Aus dieser Krise entstand Oelsnitz/Vogtl. neu. Dies galt zunächst für das Stadtbild, das nach einem schachbrettartigen Grundmuster neu angelegt wurde und über die alten Stadtmauern hinauswuchs. Es galt auch für die aufkommende Industrie, zunächst die Korsettfabrikation und die Gardinenweberei, das neu auflebende Brauwesen und vor allem ab 1880 die Teppichherstellung. Eine kluge Stadtpolitik unter der Ägide des Bürgermeisters Ernst Sigismund Heppe bescherte der Stadt ein Einwohnerwachstum von 4900 im Jahr 1860 auf 14.000 an der Wende zum 20. Jahrhundert. Durch den Teppichindustriellen Carl Wilhelm Koch und in der Folge weitere Fabrikgründungen erwarb sich Oelsnitz/Vogtl. mit Fug und Recht den Namen „Teppichstadt“.