Europa fördert Sachsen
Europa fördert Sachsen – Oelsnitz/Vogtl. ist dabei!
Die Europäische Union fördert über den EFRE-Strukturfonds Maßnahmen, die der nachhaltigen Stadtentwicklung dienen. Genauer gesagt, werden Stadtquartiere gefördert, die benachteiligt sind und die in ihrer Entwicklung von der Gesamtstadt in verschiedenen Bereichen negativ abweichen. Ab dem Jahr 2023 bis 2027 können sächsische Städte Vorhaben umsetzen, die die Verringerung der Benachteiligung in dem Stadtgebiet zum Ziel haben.
Auch die Große Kreisstadt Oelsnitz/Vogtl. wird sich um die Förderung im EFRE-Programm bewerben und erarbeitet derzeit das dafür notwendige Gebietskonzept. Wichtiger Bestandteil des Konzeptes sind die Maßnahmen, die zukünftig umgesetzt werden sollen. Projektideen steuerten auch die Teilnehmer des Treffens der „Zukunftswerkstatt Kommune“ im Juni 2022 bei.
In den von der EU vorgegebenen Handlungsfeldern „CO2-Reduzierung“, „Verbesserung der Stadtökologie“ sowie „Wirtschaftliche und soziale Belebung des Stadtquartiers“ entstanden bisher folgende Maßnahmenideen:
- Bau von Ladesäulen für Elektromobilität
- Freiflächengestaltung des Lindenparks
- Gestaltung der Fläche des Magic
- Sanierung Stadion Kunstrasenplatz
- Gestaltung Außenanlage der Grundschule und des Gymnasiums
- Sanierung des Multifunktionsgebäudes im Bereich des Sportplatzes
- Sanierung des Jugendzentrums
Die Umgestaltung der Freifläche nach dem Rückbau des „Magic“ war den Teilnehmern der Bürgerwerkstatt besonders wichtig. Wie genau die Nutzung diese Freifläche später sein soll, war Gegenstand einer lebhaften Diskussion am 20. Juni 2022. Die Nutzungsideen reichten von der Schaffung öffentlicher Parkplätze bis hin zur Schaffung eines generationenübergreifenden Treffpunktes. Die Teilnehmer der Akteursbeteiligung sprachen sich in der Mehrheit für eine multifunktionale Nutzung der entstehenden Fläche aus. Auch die Notwendigkeit eines Veranstaltungsortes im Gebiet und in Oelsnitz wurde betont. Die Nutzung der Vogtlandhalle wurde hier als möglicher Ort erkannt.
Derzeit wird an der Fertigstellung des Gebietsbezogenen Entwicklungskonzeptes gearbeitet. Noch bis zum 30.09.2022 können die Oelsnitzer sich daran beteiligen, Defizite im Gebiet nennen und Ideen einbringen.
EFRE-Förderperiode 2021-2027
Oelsnitz/Vogtl. ist dabei mit dem Projektgebiet „Vom Rand in die Mitte“
Für das neue Projektgebiet „Vom Rand in die Mitte“ im Förderprogramm „Europäische Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) 2021-2027 hat die Stadt Oelsnitz einen Fördermittelbescheid in Höhe von 4.180.000,00 Euro (Zuschuss - 75 % Fördermittel: 3.135.000,00 Euro) erhalten. Am 13. September erfolgte der feierlichen Übergabe des Fördermittelbescheides durch den Ministerpräsidenten Michael Kretschmer in Dresden. Der "Europäische Fonds für regionale Entwicklung" ist ein Strukturfonds der Europäischen Union. Mit dem Geld können die Städte die Wohn- und Lebensbedingungen in bislang benachteiligten Stadtquartieren weiter verbessern. Die Mittel sind dafür gedacht, städtebauliche, ökologische, demografische, wirtschaftliche, kulturelle und soziale Defizite zu beheben. Sachsen und die Europäische Union unterstützen 36 sächsische Kommunen bei der Stadtentwicklung. Insgesamt stehen in den kommenden Jahren 186 Millionen Euro bereit.
Informationen zum Förderprojekt "Vom Rand in die Mitte"
„Vom Rand in die Mitte“ – unter diesem Motto bewarb sich die Große Kreisstadt Oelsnitz/Vogtl. erstmals um die Aufnahme in das Operationelle Programm des Freistaates Sachsen für den Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung 2021 bis 2027 im Vorhabensbereich der „Integrierten Stadtentwicklung“.
Das Motto „Vom Rand in die Mitte“ bezieht sich dabei sowohl auf die Lage des EFRE-Gebietes am Rand des Stadtzentrums als auch auf die soziale Lage und Situation einer großen Zahl der Gebietsbewohner innerhalb der Stadtgesellschaft. Die in einem gemeinsamen Prozess entwickelten Maßnahmen verfolgen deshalb das Ziel, innerhalb des Gebietes Voraussetzungen zu schaffen, damit die Angehörigen aller Einwohner- und Altersgruppen am gesellschaftlichen Leben im Gebiet teilhaben können.
Durch die Förderung wird es möglich die 10 beantragten Maßnahmen im Bereich Otto-Riedel-Straße/Adolf-Damaschke-Straße in den drei Handlungsfeldern (Verringerung des CO2-Ausstoßes, die Verbesserung der Stadtökologie sowie die wirtschaftliche und soziale Belebung) durchzuführen. Mit der Förderung aus dem Programm Nachhaltig integrierte Stadtentwicklung (NiSE) wird es möglich das bestehende Stadtumbaugebiet (SUO) „Otto-Riedel-Straße/Adolf-Damaschke-Straße“ (neu Wachstum und nachhaltige Erneuerung - WEP) weiter aufzuwerten.
Handlungsfelder
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Handlungsfeld 1: Reduzierung des CO2-Ausstoßes
1.1 CO2- frei zum Magic-Park
Nach dem Rückbau des Gebäudes des ehemaligen Schützenhauses/Disco „Magic“ wird die entstandene städtische Freifläche (ca. 4.000 m²) neu geordnet. An der umgestalteten Multifunktionsfläche ist der Bau von Ladesäulen für E-Autos sowie für E-Bikes vorgesehen, womit umweltfreundliche Mobilitätsformen gefördert und der CO2-Ausstoß verringert werden soll.
Aufgrund der nicht geklärten Betreibung der geplanten Ladeinfrastruktur für E-Autos wird diese Maßnahme vorerst nicht durchgeführt. -
Handlungsfeld 2: Verbesserung der Stadtökologie
2.1 Oelsnitz neuer Magic-Park und 2.2 Mehr als Linden – NEU: 2.2 Outdoor Fitness-Park am Elsterstadion
Ursprünglich als zwei Einzelvorhaben geplant, wurden die Maßnahmen 2.1 und 2.2 nach Abstimmung mit dem Fördermittelgeber zu einem Vorhaben mit dem Namen 2.2 „Outdoor Fitness-Park am Elsterstadion“ zusammengefasst und eine eine gemeinsame freiräumliche Planung beauftragt, um der Bedeutung des gesamten Areals für das Gebiet gerecht zu werden und eine starke Ausstrahlung auf das Gebiet zu entwickeln.
Nach dem Rückbau des Gebäudes des ehemaligen Schützenhauses/Disco „Magic“ wird die entstandene städtische Freifläche (ca. 4.000 m²) neu geordnet werden. Geplant ist zum einen eine multifunktionale Fläche, die künftig für öffentliche Veranstaltungen, Flohmärkte u.ä. zur Verfügung steht. Der Rest der Fläche wird in Verbindung mit dem umgestalteten Lindenpark als grüner Ort der Begegnung und gemeinsamen Aktivitäten gestaltet. So ist u.a. die Schaffung von Sitzmöglichkeiten und Skaterelementen geplant.
Die Aufwertung des in die Jahre gekommenen „Lindenparks“ ist dringend erforderlich. Aktuell bietet die einzige öffentliche Grünanlage im Neubaugebiet wenig Aufenthaltsqualität. In Verknüpfung mit der neu zu gestaltenden Fläche des ehemaligen Magic ist unter dem Motto „Sport und Bewegung für alle!“ die Gestaltung des Parks und die Ausstattung mit Outdoor-Fitnessgeräten für Senioren, Kinder und Jugendliche geplant. Die niedrigschwelligen, sportlichen Angebote unterstützen zum einen dabei, dass die Senioren in dem stark überalterten Gebiet lange fit bleiben und möglichst selbständig in den eigenen vier Wänden leben können. Zum anderen werden generationenübergreifende Begegnungen ermöglicht.Die Einwohner der Stadt Oelsnitz/Vogtl. konnten ihre Ideen zur Gestaltung und zukünftigen Nutzung der neu zu gestaltenden Fläche im Rahmen einer Bürgerbeteiligung am 13.09.2025 einbringen.
Die EU und der Freistaat fördern die bestätigten zuwendungsfähigen Gesamtkosten mit 75 %. Aauf Grund der möglichen Kumulierung dieser Einzelmaßnahmen mit dem Bund-Länder-Programm WEP-A für das Fördergebiet „Otto-Riedel-Straße/Adolf-Damaschke-Straße“ beträgt der Eigenanteil der Stadt Oelsnitz/Vogtl. 10 %.Übersichtsplan BA 1 Fußweg
Übersichtsplan BA 1 Outdoor-Fitness-Park
Übersichtsplan BA 2 Outdoor-Fitness-Park2.3 Wieder im grünen Bereich! - Zisterne neben dem Kunstrasenplatz
Der Großfeldkunstrasenplatz neben dem Elstertalstadion befindet sich in einem stark abgespielten Zustand, so dass das Bespielen des Platzes nur noch mit Einschränkungen möglich ist. Es ist geplant, den Kunstrasen zu erneuern und die Flutlichtanlage auf LED umzurüsten. Gleichzeitig ist der Bau einer Zisterne vorgesehen. Mit dem darin gesammelten Regenwasser, das vom Dach der benachbarten Dreifeld-Turnhalle abgeleitet wird, sollen die vorhandenen Rasenflächen der angrenzenden Sportstätten bewässert werden. So wird den Auswirkungen der Klimaveränderung insbesondere der zunehmenden Trockenphasen begegnet.
Die EU und der Freistaat fördern die bestätigten zuwendungsfähigen Gesamtkosten mit 75 %, der Eigenanteil der Stadt Oelsnitz/Vogtl. beträgt mindestens 25 %. -
Handlungsfeld 3: Wirtschaftliche und soziale Bewegung
3.1 Spielend lernen! - Spielplatz an der Grundschule
Die Grundschule „Am Stadion“ und ihre Turnhalle konnten im Rahmen der Städtebauförderung saniert und erweitert werden. Im Anschluss wurden mit Hilfe von EFRE-Mitteln und der Städtebauförderung das Außengelände der Schule und der Schulhof neugestaltet. Dazu zählten die Schaffung von Ruhebereichen, Begrünungsmaßnahmen, der Bau einer Tischtennisplatte und die Anlage eines „Strandes“ neben der maritim gestalteten Giebelwand der Turnhalle. Der vorhandenen Bitumenbeläge wurden in Teilbereichen mit wasserdurchlässigem Material versehen. Der Schulgartenbereich konnte aufgewertet werden. Der neugestaltete Spielplatz steht nach Schulschluss den im Gebiet lebenden Familien und Vereinen offen. Diese nutzen bereits jetzt die Turnhalle der Schule für den Vereinssport. Es entsteht so ein attraktives Angebot für verschiedene Nutzergruppen im Gebiet.Die Baumaßnahme wird im Frühjahr 2026 vollständig abgeschlossen.
Die EU und der Freistaat fördern die bestätigten zuwendungsfähigen Gesamtkosten mit 75 %, auf Grund der möglichen Kumulierung dieser Einzelmaßnahmen mit dem Bund-Länder-Programm WEP-A für das Fördergebiet „Otto-Riedel-Straße/Adolf-Damaschke-Straße“ beträgt der Eigenanteil der Stadt Oelsnitz/Vogtl. mindestens 10 %.
Übersichtsplan Umgestaltung Außenanlagen
Foto öffentlicher Spielplatz3.3 Vogtlandsporthalle - lebendiger Veranstaltungsort
Ein Ergebnis der Akteursbeteiligung bei der Entwicklung der Einzelvorhaben war, dass die unter Denkmalschutz stehende Vogtlandhalle zukünftig neben Sportveranstaltungen und Trainingsstunden auch für Kulturveranstaltungen und als Treffpunkt der Bewohner genutzt werden kann.Um diese Nutzungsmischung zu realisieren, sollen der Bühnenbereich und die dortige Technik ertüchtigt werden, der Eingangsbereich barrierearm gestaltet und die Raumakustik verbessert werden. Als besonders erforderliche Maßnahmen erfolgt der Anbau mit zusätzlichen Umkleidekabinen und einer WC-Anlage. Neben der Erneuerung der Elektroinstallation, der Beleuchtung sowie einer Hausübergabestation erfolgt auch die brandschutztechnische Ertüchtigung. Mit diesen Maßnahmen wird das historische Gebäude als Veranstaltungsstätte und Ort der Begegnung in der Mitte des Gebietes wieder fit gemacht.
Die EU und der Freistaat fördern die bestätigten zuwendungsfähigen Gesamtkosten mit 75 %, auf Grund der möglichen Kumulierung dieser Einzelmaßnahmen mit dem Bund-Länder-Programm WEP-A für das Fördergebiet „Otto-Riedel-Straße/Adolf-Damaschke-Straße“ beträgt der Eigenanteil der Stadt Oelsnitz/Vogtl. mindestens 10 %.
Ansichtspläne
Baustellenbild3.4 "Neues Leben" für ein Stadtteilzentrum
Das Gebäude, in dem sich das Jugendzentrum „Neues Leben“ befindet, ist ein ehemaliges Vereinsheim der gleichnamigen Gartensparte mit hohem Sanierungsbedarf. Insbesondere der Sanitärtrakt befindet sich in einem desolaten Zustand. Das öffentlich genutzte Gebäude ist nicht barrierearm und steht so Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen nicht offen. Die EFRE-Maßnahme beinhaltet die Sanierung des Sanitärtraktes mit der Schaffung einer behindertengerechten Toilette sowie von barrierearmen Zugängen zum Gebäude und zu dem dazugehörigen Garten. Ziel ist es, dass aus dem Jugendzentrum ein echtes Stadtteilzentrum für alle Einwohner wird.
Auf Grund der Kostensteigerung für die Einzelmaßnahmen „3.3 Vogtlandsporthalle – lebendiger Veranstaltungsort, wird diese Maßnahme zurückgestellt.
3.5 CoA - Chill out Area / offenes Gymnasium
Im Rahmen der Bürger- und Akteursbeteiligung wurde der Bedarf der Aufwertung des Außenbereichs des Gymnasiums herausgearbeitet. Um das Gebäude werden Grün- und Ruhezonen neugestaltet und das vorhandene Spielfeld ertüchtigt.
Durch die Neugestaltung des Schulhofes werden die Bedingungen z.B. für Veranstaltungen und Konzerte der Schüler verbessert. Die Besucher der Schulveranstaltungen können die Schulveranstaltungen dadurch besser erleben, die soziale Teilhabe im Gebiet kann so erhöht werden.Ein Zuwendungsbescheid für diese Maßnahme liegt derzeit noch nicht vor.
3.6 GIHK, Programmbegleitung, Öffentlichkeitsarbeit
Zur Unterstützung der Kommune bei der Umsetzung der einzelnen Maßnahmen und der EFRE-Gesamtmaßnahme wurde die Westsächsische Gesellschaft für Stadterneuerung mbH mit der Programmbegleitung beauftragt. Die WGS mbH hatte zuvor das für die Beantragung der EU-Förderung notwendige gebietsbezogene integrierte Handlungskonzept (GIHK) gemeinsam mit Stadt, Bürgern und weiteren Akteuren erarbeitet.
Finanziert durch:
Bis 2027 sollen Gelder aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) sowie Eigenmittel der Stadt Oelsnitz/Vogtl. und Mitteln des Bund-/Länderprogrammes der Städtebauförderung Wachstum und nachhaltige Erneuerung (WEP) in das Fördergebiet „Vom Rand in die Mitte“ einfließen.
